Tobi Örley, Organisator des Extreme Boarders in Innsbruck, Boardhead Eric Themel, Schantello als Fotograf und ich selbst steigen daher erst Ende Jänner in München bei 0 Grad ins Flugzeug, um am nächsten Morgen bei 20 Grad in Kreta auszusteigen. Sommer! Während wir unsere Boards in den bereitstehenden, von Antonia organisierten fourwheeldrive Minivan laden (Zakros Tours, www.zakros.....), sehen wir im Landesinneren bereits die schneebedeckten Hänge des 2456 Meter hohen Psiloritis, des höchsten Berges auf Kreta. Eintausend Höhenmeter lange Runs auf den Schultern dieses ehemaligen Vulkans lachen uns entgegen, und wir können es kaum erwarten, sie zu befahren.
Nach einem Frühstück in Shorts unter Oliven- und Zitronenbäumen machen wir uns auf den Weg. 2 Stunden lang arbeiten wir uns auf einer endlos scheinenden Kurvenstraße hinauf aufs Hochplateau, den Blick immer auf die in der Ferne thronenden Gipfel geheftet. Doch 10 Kilometer vor dem Ziel kommt die Ernüchterung: Eine große Schneewächte versperrt die Weiterfahrt. Unsere Motivation ist allerdings grenzenlos, und so packen wir die Lawinenschaufeln aus und beginnen uns wie die Maulwürfe durch den Schnee zu wühlen. Ein paar vorbeikommende Locals schauen uns verwundert an und machen recht eindeutige Gesten bezüglich unseres Geisteszustandes. Eineinhalb Stunden später haben wir es geschafft, es geht weiter. Aber nur ein paar Kilometer, dann ist endgültig Endstation. Die Schneedecke auf der Straße ist teilweise mehrere Meter dick, ideal f¸r Skidoos (die wir nicht dabei haben...). Jetzt sehen wir auch den lokalen Schneepflug, der von der Größe her durchaus mit einem Rasenmäher, Modell Einsitzer, vergleichbar ist. Während Eric niedergeschlagen ein Nachmittagschläfchen einlegt, machen wir drei uns mit Schneeschuhen bewaffnet auf den Weg zu den Hängen unserer Träume. Doch als wir nach drei Stunden marschieren immer noch in der Mondlandschaft stecken, die den Psiloritis umgibt, sehen wir resignierend ein, dass dieser Berg in einem eintägigen Anlauf nicht zu bezwingen ist.