Snowboarden in Kreta - Auf den Spuren des Minotaurus
Nur ganz langsam beginnt der rote Feuerball hinter den Horizont zu sinken. Die letzten Strahlen formen aus der uns zu Füßen liegende Insel eine gespenstische Licht - Schatten - Landschaft. Einsam und schweigend stehen wir da, die Boards angeschnallt, und genießen unsere letzten Momente auf dem Dach Kretas. Dann hat das Meer die Sonne verschluckt und wir setzen in der Dämmerung unsere Schwünge in die langen Firnhänge, die uns zurück die Zivilisation bringen.
Als mich Antonia Anfang Jänner aus der Hauptstadt Hiraklion anruft und ganz aufgeregt erzählt, es habe in Kreta die heftigsten Schneefälle seit Mitte des Jahrhunderts gegeben, muss ich innerlich grinsen: Endlich wird der Traum wahr werden, auf der sagenumwobenen Insel des Minotaurus Snowboarden zu gehen. Dass der einzige Schilift der Insel wegen Ersatzteilemangel vor zwei Jahren den Geist aufgegeben hat, kann uns auch nicht bremsen, schlieşlich wollen wir auf die Gipfel! Allerdings heißt es noch 2 Wochen warten, denn im Augenblick herrscht in Kreta beinahe der Ausnahmezustand. Zahlreiche Bergdörfer sind durch den Wintereinbruch von der Außenwelt abgeschnitten und werden vom Militär mit dem Nötigsten versorgt, dutzende Schafe und Ziegen sind erfroren. Dazu werden die Straßen in die Berge schlecht geräumt und sind werden somit erst einige Zeit nach den Schneefällen wieder befahrbar sein.