Knapp oberhalb der Dreierstütze ist es soweit: Wir durchstoßen die Nebeldecke und werden plötzlich geblendet von der Sonne und dem glitzernden Weiß der Schneemassen. Unter uns erstreckt sich ein riesiges Wolkenmeer über das Inn- und Wipptal soweit man sehen kann. Man hat das Gefühl, über allen Dingen zu schweben, und ein unglaubliches Hochgefühl veranlasst uns zu Freudenjauchzern. Weiter geht's in die Kargondel, wo jeder die letzten Vorbereitungen trifft: Brillen werden geputzt, Rucksäcke festgeschnallt, Lawinenpiepser eingeschalten, Handschuhe angezogen. Gespräche über die herrschende Lawinengefahr vermischen sich mit Diskussionen über die Wahl der ersten Runs. Dazu kommt das obligate Kommentar vom Gondelführer und stellvertretenden Betriebsleiter Olli, der wie immer erklärt, das sofort alles gesperrt wird, sobald die offizielle Schiroute verlassen wird. Mit hinter dem Rücken gekreuzten Fingern und scheinheiliger Miene versprechen wir brav zu sein und haben seine Warnung im selben Moment schon wieder vergessen. Dann öffnet sich die Gondeltür, und hinaus geht's in Paradies...........
Fast 1500 Höhenmeter sind es an den guten Tagen, die man vom Kargipfel bis zur Talstation auf der Hungerburg zu bewältigen hat. Allerdings hast nur der etwas davon, der die Seegrube kennt und genau weiß, bei welchen Bedingungen welche Rinnen befahren werden können, f¸r welche Waldabfahrt genug Schnee liegt und wie man ohne einstündigen Fußmarsch wieder zur Talstation zurückfindet. Neben Tiefschneeerfahrung gehören auşerdem fundierte Kenntnisse in der Lawinenkunde zum Rüstzeug der Seegrubenlocals, und die zahlreiche Lawinenabgänge in den letzten Wintern sind ausnahmslos gut ausgegangen.